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Unsere Gemeinde

Kurzabriss über die Entwicklung der Eingliederung der Ev. Kirchengemeinde Schluchtern in die Ev. Landeskirche in Württemberg

von Pfr. Peter Kübler, ehem. Pfarrer in Schluchtern

  • Bis 1974 gehörte die Ev. Pfarrei Schluchtern zur Badischen Landeskirche. Aus dieser Zeit stammt auch noch das Patronat, das bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt vom Fürstenhaus zu Leiningen mit Stammsitz in Amorbach (Odenwald) ausgeübt wird.

  • Im Zuge der Kommunalreform von 1974 wurden die vorher selbständigen Ortsteile Großgartach und Schluchtern zur kommunalen Einheit „Leingarten“ verschmolzen. Da Großgartach schon immer zur Württ. Landeskirche gehörte, Schluchtern aber innerhalb der Badischen Landeskirche immer einen Randbezirk (einst gehörte es zum Dekanat Sinsheim) bildete und ein Schattendasein geführt hatte, lag es nahe, die Badische Landeskirche zu bitten, Schluchtern aus Baden aus- und in die Württ. Landeskirche einzugliedern, was schließlich so geschah.
  • Da sich die Bevölkerungsteile Großgartachs und Schluchterns jedoch noch nie sonderlich gut verstanden (die alten Rivalitäten bestehen bis heute in unveränderter Form fort, wobei sich die Schluchterner zurecht oft benachteiligt fühlten und fühlen), war man sich der Problematik einer solchen Kommunalreform durchaus bewusst.

  • 1974 wurde Schluchtern in die Ev. Landeskirche in Württemberg eingegliedert. Prälat i. R. Hege war beim Aufsetzen des Übergabevertrags federführend. Um Schluchtern die Eingliederung nach Württemberg zu erleichtern, wurde der Gemeinde zugebilligt, noch 10 Jahre lang die Gottesdienste nach der badischen Liturgie weiter zu feiern, wobei darum gebeten worden war, einmal pro Monat Gottesdienst nach württ. Liturgie zu feiern. Dieser Bitte wurde allerdings nur mäßig entsprochen.

    Aus mir bis heute unerklärlichem Grund hatte ein Sachbearbeiter des OKR in Stuttgart auf Antrag der Kirchengemeinde Schluchtern nach Ablauf dieser 10 Jahre nochmals die Genehmigung erteilt, dass Gottesdienste auch weiterhin nach badischer Liturgie gefeiert werden konnten.

  • Nach meiner Investitur 1995 traf ich auch mit Prälat Kümmel zusammen, der mich bat, nun die endgültige Ablösung Schluchterns von Baden zu beschleunigen. Man muss dazu wissen, dass auch die Ev. Stiftung Pflege Schönau mit Sitz in Heidelberg noch die Baulastpflicht für Schluchtern an der Martin-Luther-Kirche und am Pfarrhaus zu tragen hatte.

  • 1996 bemerkte ich, dass Schluchtern noch eine Form der Badischen Liturgie feierte, die selbst in Karlsruhe nicht mehr praktiziert wurde, da es einige Jahre zuvor in Baden eine Liturgiereform gegeben hatte, die natürlich an Schluchtern spurlos vorbeigegangen war.

    Nun war es mir ein Leichtes, den Kirchengemeinderat zu überzeugen, endlich die badische Liturgie durch die württembergische zu ersetzen.

  • Nach schwierigsten Verhandlungen zwischen den OKRs in Stuttgart und Karlsruhe wurde schließlich zum 30.11.1998 die endgültige Ablösung der Ev. Kirchengemeinde Schluchtern von der Badischen Landeskirche vollzogen, was vor allem nun noch die Ablösung der Baulastpflicht betraf.

    Seitdem gehört Schluchtern nun vollgültig zur Württ. Landeskirche, was zur Festigung der württembergischen Identität der Schluchterner Gemeindeglieder mit dem Festgottesdienst mit Landesbischof Renz noch einmal eindrücklich unterstrichen wurde.